Generation kurzsichtig

Generation Kurzsichtigkeit Kinder

Generation kurzsichtig

In Asien sind 80-90 % der Jugendlichen kurzsichtig. Aber auch in Europa werden immer mehr Jugendliche kurzsichtig. 47% der jungen Menschen zwischen 25 und 29 Jahren sind in Europa kurzsichtig, Tendenz steigend.
Wissenschaftler fragen sich, ob die stark zunehmende Kurzsichtigkeit genetische Ursachen hat oder zu viel Naharbeit, eine schlechte Haltung in der Schule, sowie der Nutzung von Smartphone und Co dafür verantwortlich ist.

Kinder schauen auf Bildschirme, statt in die Ferne

Inzwischen haben Forscher herausgefunden, dass Kurzsichtigkeit nur zu 3 % genetisch bedingt ist. Deshalb wurden die Umweltfaktoren für die Epidemie der Kurzsichtigkeit untersucht und festgestellt, dass der Lebensstil, sowie intensives Lesen und Naharbeit mit zur Kurzsichtigkeit beitragen. Auch langer Aufenthalt in Häusern trägt zur Kurzsichtigkeit bei Kindern bei. Es gibt heute viele Angebote für Kinder innerhalb des Hauses, wie Fernsehen, Computerspiele etc. In Asien führt die intensive Schulbildung mit hohem Lern- und Arbeitsdruck, schlecht ausgeleuchtete Schulräume, viel Naharbeit und das Betrachten von Smartphone und Co zur Belastung der Akkommodation (Nah-Ferneinstellung) im Auge.

Macht Lesen und viel Naharbeit kurzsichtig?

Die Nahsicht ist nur ein Faktor von vielen, es gibt noch einen weiteren Faktor, der von großer Bedeutung ist. Der US Forscher Donald Mutti hat 1997 eine zehnjährige, groß angelegte Studie an kalifornischen Schülern durchgeführt. Dabei stellte er neben vielen anderen Fragen zufällig die Frage: „Wie viel Zeit verbringst du im Freien?“ Die im Freien verbrachte Zeit spielte letztendlich die Schlüsselrolle für gutes Sehen. Je mehr Zeit ein Kind also draußen verbringt, desto weniger ist das Kind kurzsichtig.

Es reicht vor die Tür zu gehen – Spielen unter freiem Himmel schützt Kinderaugen

Forscher fanden heraus, dass Kinder, die zwei kurzsichtige Elternteile haben und wenig nach draußen gehen, ein Risiko von 60% haben an Kurzsichtigkeit zu erkranken. Wenn diese Kinder aber pro Tag zwei Stunden draußen verbringen, haben sie nur noch ein Risiko von 20% kurzsichtig zu werden. Das Lichtspektrum des Tageslichtes spielt also eine Schlüsselrolle bei der kindlichen Sehentwicklung.

Sonnenlicht ist besser für Kinderaugen als künstliches Licht

Für Kinder, aber auch im Jugendalter ist es wichtig, dass die Schüler hell ausgeleuchtete Schulräume haben. In Innenräumen findet man fast nie mehr Licht als 1000 Lux. An einem strahlenden Sonnentag hat das natürliche Tageslicht allerdings 100.000-150.000 Lux.
Das weiße Sonnenlicht setzt sich aus sechs Farben und unterschiedlichen Wellenlängen zusammen. Die Wellen des blauen Lichtes sollen eine chemische Reaktion im Auge auslösen, die vor Kurzsichtigkeit schützt. Bei starkem Sonnenlicht mit viel blauem Lichtanteil wird die Netzhaut angeregt, Dopamin strömt ein und erhält die runde Form des Auges. Je mehr Dopamin frei gesetzt wird, desto geringer ist das Risiko kurzsichtig zu werden. Deshalb sollten sich Kinder und Jugendliche viel im Freien aufhalten.

Lange Pausen in Schulen verringern die Kurzsichtigkeit

In Taiwan wurde aufgrund der hohen Kurzsichtigkeit seit 2010 die Pause in Schulen auf 80 Minuten erweitert. Seitdem verringert sich die Kurzsichtigkeit jedes Jahr um 10%

Die Inhalte sind dem unten stehenden Link entnommen:

http://www.sendungverpasst.de/content/generation-kurzsichtig
Quelle: 20.01.2018, 21:40 Uhr Generation kurzsichtig Dokumentation Frankreich 2017 | arte

Abschließend zusammengefasst ist das Spiel draußen in der freien Natur die beste Prävention gegen Kurzsichtigkeit. Wenn Kitas und Schulen darauf achten, dass Kinder viel Zeit im Freien verbringen, unterstützen sie die Sehentfaltung von Kindern. Aus meiner Sicht gehört noch etwas mehr dazu, um die Sehkraft von Kindern und Jugendlichen zu fördern:
Ballspiele und Sehspiele regen den Wechsel zwischen Nah- und Fernsehen an und aktivieren die Akkommodation. Übungen für die Körperkoordination unterstützen das dreidimensionale Sehen, Bewegung an der frischen Luft regt die Durchblutung der Augen an, eine wichtige Voraussetzung für gesunde Augen.

All dies gilt nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene, ganz besonders ältere Menschen, die viel am Bildschirm arbeiten.

Judith Bolz
Diplompädagogin, Sehtrainerin und Coach

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